Dienstag, August 05, 2008

Alois der Imker

In St. Jakob haben die Bienen Einzug gehalten - Alois hat sich der Imkerei verschrieben.
Drei Bienenvölker haben bei uns ein Zuhause gefunden.

Im Sommer befinden sich bis zu 65000 Bienen in einem Bienenvolk. In der Nähe des Bienenstandes herrscht ein reges Treiben und Summen.
Der gesamte Bienenstock wird als Beute bezeichnet und sollte Richtung südosten ausgerichtet werden. Oben sehen wir drei Beuten mit je 2 Einheiten.
Bienen beim Ab- u. Anflug und Informationsaustausch. Am Flugloch sind immer Wächterinnen, die das Eindringen von Räubern verhindern sollen.
Eine Biene mit Pollenhöschen auf dem Stein - muss wahrscheinlich als Strafe im Steinbruch arbeiten ;-).

Obstbaumblüte auf 900 Metern - ca drei Wochen später als in Graz.

80% der Tiere sind Insekten, davon hat der Mensch nur die Biene und die Seidenraupe kultiviert. Nur die kultivierte Biene überwintert in volksstärke von ca. 8000 -12000 Winterbienen (bei den Wildbienen überwintert nur die Königin). Nur dadurch kann die Bestäubung der Blüten im Frühjahr erfolgen.

Die Kirsch- u. Obstbaumblüte verursacht einen mächtigen Populationsschub im Bienenstock.
Der Löwenzahn, eine wichtige Trachtpflanze, wurde vor ungefähr 200 Jahren vom Himalaya-Gebiet nach Europa eingeführt. Er ist sehr nektar- und pollenreich und somit schwarmfördernd, die Gefahr einer Bienenvolkteilung ist zur dieser Zeit besonders groß. D.h. ein Teil der Bienen schwärmt mit der alten Königin aus und muss vom Imker eingefangen werden.

Die Biene nach dem Besuch beim Löwenzahn.

Manchmal muss der Imker Nachschau halten bzw. einen Stock umbauen, um den Honigertrag zu erhöhen. Dann wird der geordnete Ablauf im Bienenstock gestört, die Bienen reagieren sehr aggresiv und es sollte besser keine freie Haut sichtbar sein. Bei kleineren Arbeiten werden keine
Handschuhe oder Gesichtsmaske getragen.

Ein Smoker sollte jedoch immer griffbereit sein. Die Bienen mögen keinen Rauch und ziehen sich zurück.

Das obige Bild gibt einen Einblick in den Bienenstock. Die Wabengassen sind dicht besetzt, doch herrscht in diesem Gewusel strengste Ordnung. Auf einer Wabe sind ca. 5700 Zellen, 10 Waben sind in einer Einheit (steirisch Kastl).

Hier hält Alois eine Wabe. Unter den Bienen sieht man weiße und dunkle Bereiche. Der obere weiße Bereich ist der Honigkranz, also bereits mit Honig gefüllt, der Rest ist von den Bienen noch mit Honig aufzufüllen.

Eine noch nicht ausgebaute Wabe.

Für 1 kg Honig bedarf es ca. 150.000 Ausflüge. Nach vielen erfolgreichen Ausflügen geht es am Ende des Sommers ans "Ernten" ...

... und aus den voll ausgebauten Honigwaben wird der Honig herausgeschleudert.

Die Bienen verdeckeln die Honigwaben. Mit dem Entdeckelungsmesser wird diese Schicht vor dem Schleudern entfernt.

Der geschleuterte Honig kommt in einen Abfülltopf, frischer Honig rinnt fast wie Wasser.
Honig muß immer luftdicht aufbewart werden, damit keine Feuchtigkeit hinzukommt. Honig kann auch tief gefroren werden, durch den hohen Zuckergehalt ca. 80% u. ca 17% Wasser ist ein Glassprung ausgeschlossen - der Honig behält dadurch den Zustand wie zum Einfrierzeitpunkt.
Honig verursacht keinen Karies und der Blutzucker steigt bzw. fällt langsam.

Fertig ist das Produkt und zum Genuss bereit.


Nachdem den Bienen der Honig weggenommen wurde, muss mit Zuckerwasser aufgefüttert werden, um ihren Bestand zu sichern. Nach einigen Tagen wird mit der Varroabehandlung begonnen. Die Varroa ist eine Milbe, stammt ursprünglich aus Ostasien und ist seit 1982 in Österreich. Ohne Varroabehandlung würde das ganze Bienenvolk sterben.

Die Behandlung erfolgt mit Ameisensäure, die in einen Rähmchenverdunster gefüllt wird.
Nach 10 Tagen kann der Rähmchenverdunster entfernt werden und die Sommerbehandlung ist abgeschlossen. Bis zur nächsten Blüte verursachen die Bienen nun wenig Arbeit.

Die Sommer-Bienen leben ca. 5 bis 6 Wochen, die Winter-Bienen von ca. mitte August bis zum Frühling. Seit ca. 30 Millionen Jahre gibt es Bienen - ca 5 mal länger als die Menschheit...

Das Leben im Bienenstock wird immer wieder interessiert betrachtet ...