Das Fotografieren mit Selbstauslöser machte so viel Spass, dass gleich mehrere nette Fotos entstanden. Wir bekamen eine sehr kompetente Führung von Herrn Kirchsteiger (mit dem roten Schutzhelm), dem Vater von Karin, der viele Jahre bei Sappi (South African Pulp and Paper Industries) gearbeitet hatte und nun im wohlverdienten Ruhestand ist.


Klein fing alles an: Papiermaschine Nr. 2, 19. Jhd.
Heute ist SAPPI ein Weltkonzern mit 1.350 Mitarbeitern am Standort Gratkorn. Die Papiermaschine Nr. 11, die wir in der Hauptsache besichtigen wollten, ist mit der Streichmaschine ca. 500 m lang und war bis vor 1 Jahr die größte Papiermaschine der Welt. Heute gehört sie zu den "Big 5". Produziert wird holzfrei gestrichenes Feinpapier für die grafische Industrie.

Zur Geschichte von SAPPI:
1585: gegründet in Graz - Druckerei Widtmannstetter (vor 422 Jahren)
1793: Andreas Leykam kauft die Leuzendorfer Papierfabrik
1952-70: Inbetriebnahme (IBN) Papiermaschine (PM) 6, 7, 8, 10
1974: Zusammenschluss "Leykam-Mürztaler" (Werk Bruck/Mur)
1978: IBN neue Zellstofffabrik
1987: IBN der vollbiologischen Kläranlage und der PM 9
1993: Umstellung auf die chlorFREIE Zellstoffbleiche (Wassergüte Mur: II)
1994: Merger mit der holl. KNP zu "KNP Leykam"
1997: sappi erwirbt KNP Leykam
1997/98: IBN der PM 11
Umsatz Sappi Gratkorn: 630 Mio. Euro
Exportrate 96%: Kernmärkte Westeuropa, Rest weltweit



Das Foto oben zeigt das alte Gebäude, die Wasserkraftanlage, erbaut 1925-28 mit Elementen des Jugendstils. Das Gebäude für die Papiermaschine 11 (nachfolgende Fotos) wurde 1997 erbaut. Obwohl es sich hier um ein Fabriksgebäude handelt, hat der Architekt Farben verwendet! Ganz im Gegensatz zu unserem TU-Gebäude "Alcatraz".



Wir waren schwer beeindruckt von den gigantischen Papiermengen, die hier erzeugt werden:
Die Gesamtproduktion pro Jahr beträgt 880.000 Tonnen, das sind pro Tag unglaubliche 2.500 Tonnen Papier.
Die Papiermaschine 11 produziert alleine 620.000 Tonnen/Jahr. Diese Maschine läuft Tag und Nacht durch im 3-Schichtbetrieb und wird nur aus Gründen der Wartung alle 8-9 Wochen für 1-2 Tage abgestellt. Ein Stillstand würde einen Verlust von 35.000 Euro/Stunde bedeuten.
Die Riesenmaschine wird von wenigen Menschen in Kontrollräumen überwacht, die Werkshalle ist wie ausgestorben. Wir hatten das "Glück", "Action" geboten zu bekommen, als die 8.5 m breite Papierbahn riss, was mit einem großen Lärm verbunden war und konnten zusehen, wie die Papierfetzen aus der Maschine flogen. Leider konnten wir nicht warten, bis das Papier wieder durchgeschossen wurde.
Es war uns nicht erlaubt, aufgrund der Empfindlichkeit der Papiermaschine, Fotos in der Halle zu machen. Aber vielleicht ist der wirkliche Grund doch die Verhinderung von Werkspionage ;-).
Was ist das?Diese an der Decke montierte silberne Halbkugel dient als Verkehrsspiegel und ermöglicht einen 360 Grad Rundumblick, damit Radfahrer etc. nicht zusammenstoßen.

Die Führung dauerte ca. 2 Stunden, es hätte sicher noch viel Interessantes zu sehen gegeben, z.B. den Wechsel der riesigen Papierrollen, aber vielleicht ergibt sich dies bei einem nächsten Besuch bei Sappi.
Vielen Dank an Karin für die Organisation und Herrn Kirchsteiger für die tolle Führung!





















