Sonntag, November 11, 2007

Schnee, Schnee, Schnee ...




Bereits am 20.10. gab der Winter ein Intermezzo, zog sich aber schnell wieder in höhere Lagen zurück.
An diesem Wochenende kehrte er mit voller Kraft zurück und überzog das Land mit einer dicken Schneeschicht. Laut Meteorologen gibt es solche Schneemassen um diese Jahreszeit nur alle 35-50 Jahre.

Alles ist so weiß und rein
könnt es doch immer so sein.
Eisblumen am Fensterglas,
Schnee bedeckt das grüne Gras,
auch die grauen Stellen,
der Wind formt Wellen.






Während in der Obersteiermark Rekordmengen an Schnee fielen, war es in den südlichen Teilen der Steiermark sonnig und warm.

Sonntag, Oktober 21, 2007

Große Rumänien-Rundreise

Unser Urlaubsziel im September war Rumänien. Mit einem Komfortbus legten wir 2.700km zurück. Von einer Reise mit privatem PKW wurde aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse in Rumänien dringend abgeraten. Davon konnten wir uns überzeugen: für z.B. ein 170km langes Straßenstück brauchten wir 4.5 Stunden, 300km bedeutete eine Tagesreise. In Siebenbürgen sind die Straßen gut ausgebaut.


Maramures und Bukowina:
Diese Gebiete Rumäniens südlich der Grenze zur Ukraine zeichnen sich durch großen Waldreichtum aus. Beinahe alle Wohnhäuser auf dem Land sind aus Holz gebaut und viele mit Schindeln gedeckt. Wir hatten das Gefühl, durch ein großes Freilichtmuseum zu fahren, was nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Bevölkerung hier in großer Armut lebt.
Natürlich sind auch die Eingangstore zu den Höfen aus Holz ...
...und manche sind sehr kunstvoll gearbeitet. Maramures ist auch die Holzschnitzer-Region.
Das Haupttransportmittel auf dem Land ist das Pferdefuhrwerk. So muss es bei uns vor mehr als 50 Jahren ausgesehen haben.
Die Bauern auf dem Weg zur Arbeit auf den Feldern. Hier gehen die Uhren noch anders.


Natürlich gibt es auch in Rumänien "Neureiche" mit mehrstöckigen Häusern (je mehr Stockwerke, desto reicher) - viele davon aber ohne Wasseranschluss (wofür braucht man schon Wasser).
Unsere Reiseleiterin Andra (eine rumän. BWL-Studentin) mit der Tracht aus Maramures (rechts im Bild).


Aus Holz sind natürlich auch die Kirchen.


Lustiger Friedhof von Sapanta:
Besonderheit des Friedhofs sind die humoristischen Verse auf den leuchtend blauen Kreuzen, in denen die Vita und die Todesumstände des Verstorbenen nacherzählt werden. Ihr Schöpfer war ab 1931 der Holzschnitzermeister Stan Ioan Patras, der hiermit dem Sterben und dem Tod eine heitere Note verlieh.


Die
Bukowina-Klöster sind eine Gruppe von rumänisch-orthodoxen Klöstern in der südlichen Bukowina erbaut im 14.-15. Jhd. Die Besonderheit dieser Klöster ist die detaillierte Wandmalereien auf den Außenmauern. Diese sollten dem damals des Schreibens und Lesens unkundigen Volk Szenen und Gleichnisse aus der Bibel vermitteln. Die Klöster dienten auch Wehranlagen und sind von Ringmauern umgeben.

Kloster Voronet






Kloster Neamt
Rodna-Gebirge, 1416m
So wie hier auf diesem Gebirgspass werden im ganzen Land Kirchen gebaut. 88% der Rumänen sind orthodoxen Glaubens.
Siebenbürgen
Die Bevölkerung ist seit mehreren Jahrzehnten mehrheitlich rumänischsprachig. Es leben noch zahlreiche Ungarn in Siebenbürgen. Durch Deportationen nach dem Zweiten Weltkrieg und Auswanderung vor und nach der Wende von 1989 ist die deutsche Bevölkerung inzwischen fast völlig verschwunden.

Kronstadt (Brasov)
Rathausplatz
Rathausplatz und schwarze Kirche.

Den Namen trägt sie, seit der Reformation durch Johannes Honterus evangelische Kirche, aufgrund der geschwärzten Mauern durch den Stadtbrand von 1689.
Eindrucksvoll sind neben der Schönheit auch die Größe (Turmhöhe 65 m, Dachfirst 42 m, Länge 90 m), die große mechanische Orgel (3993 Pfeifen) und die sechs Tonnen schwere und für ihren Klang beliebte Glocke. Es ist die größte spätgotische Hallenkirche östlich von Wien. Besonders zu erwähnen ist die größte europäische Sammlung orientalischer Teppiche innerhalb der Kirche, die ansässige siebenbürgisch sächsische Kaufleute von ihren Handelsreisen aus Kleinasien mitbrachten.

Im Bild unten sieht man noch die Einschusslöcher der Gewehrsalven im Revolutionsjahr 1989. Die rumänische Revolution war eine Kette von Demonstrationen, Unruhen und blutigen Kämpfen, die vom 16. bis zum 27. Dezember 1989 in Timişoara, Bukarest und anderen rumänischen Städten stattfand. Sie führte zum Sturz und zur Hinrichtung des rumänischen Diktators Nicolae Ceauşescu und seiner Frau Elena und zum Ende des realsozialistischen Systems in Rumänien.

Schäßburg
(Sighisoara)
heißt übersetzt "die Perle Siebenbürgens".
Schäßburg wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern, den sogannten Siebenbürger Sachsen, gegründet.
Der Stundenturm ist das Wahrzeichen der Stadt.
Die literarische Gestalt "Dracula" wird mit Schäßburg in Verbindung gebracht. Das gelbe Haus in obigem Bild soll das Geburtshaus sein. Aber wie es sich eben mit mystischen Gestalten verhält, weiß man nichts Genaues.
Das Geburtshaus beherbert heute ein Restaurant und wir nahmen eine Erfrischung zu uns. Mitternacht haben wir nicht abgewartet - man kann nie wissen ...
Überall sind Baustellen, die Städte Siebenbürgens warten auf den Tourismus.

Birthälm (Biertan)
Die Kirchenburg (diese Kirchenburgen sind typisch für Siebenbürgen) aus dem 15. Jhd. wurde 1993 zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Die Kirchenburg war Sitz des evangelischen Bischofs von Siebenbürgen. Die gotische Kirche wird von 3 Ringmauern und 9 Türmen und Basteien umgeben. Bei der Volkszählung von 1930 hatte Birthälm 2331 Einwohner, davon 1228 Siebenbürger Sachsen. Aktuell ist ihre Anzahl auf ca. 70 Personen gesunken.

Auf diesen Terrassen wurde seinerzeit Wein angebaut.
Viele Häuser der Siebenbürger Sachsen stehen leer oder werden von Zigeunern bewohnt. Nach offiziellen Angaben leben in Rumänien 200 000 Roma - Menschenrechtsgruppen schätzen, dass die wahre Zahl aber zwischen 2 und 4 Millionen liegt.

Zigeunersiedlung

Medias (Mediasch)
In Medias ist bis heute der mittelalterliche sächsische Stadtkern erhalten.
Auch Medias hat einen schiefen Turm.


Hermannstadt
(Sibiu) - Kulturhauptstadt 2007

Hermannstadt war das politische Zentrum der Siebenbürger Sachsen und bis ins erste Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts war die Stadt rein deutsch. 1920 kam Hermannstadt zu Rumänien und erst in den 30er Jahren verloren die Siebenbürger Sachsen in ihrer Metropole die absolute Mehrheit. Heute leben ca. 1,6% Deutsche in der Stadt.

Kleiner Ring

Großer Ring, Rathaus, Stadtpfarrkirche
"Katzenaugen" auf den Dächern. Unter Ceausescu soll die Bevölkerung durch sie observiert worden sein.

Karlsburg (Alba Julia)
Karlsburg hieß bis zu dem Ausbau der Festung unter dem Habsburger Karl VI. (Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) Weißenburg. Wie groß die Festung war, läßt sich auf u.a. Skizze ersehen. Der Anschluss Siebenbürgens an Rumänien wurde am 1. Dezember 1918 in Alba Iulia proklamiert und durch den Friedensvertrag von Trianon bestätigt. Im Jahr 1922 wurde König Ferdinand I. und Königin Maria von Rumänien in Alba Iulia als König und Königin des neuen Großrumäniens gekrönt. Die orthodoxe Kathedrale wurde zu diesem Anlass erbaut.


Eisenmarkt
(Hunedoara)
Die Burg Hunedoara hat ihren Namen von ihren ehemaligen Besitzern. Sie wurde um das Jahr 1452 im gotischen Stil von Johann Hunyadi auf einem Kalkfelsen auf den Resten einer Festung aus dem 12. Jahrhundert errichtet. Es wird immer wieder erwähnt, dass es sich um das echte Schloss des Grafen Dracula handle. Die Burg gehörte nicht ihm, jedoch hatte Vlad Tepes (Graf Dracula) hier freiwillig und unfreiwillig mehrere, teils auch längere Aufenthalte. Aber vermutlich wohnte er in jedem rumänischen Schloss ;-).



Die einst größte Eisenhütte Rumäniens in Hunedoara ist heute weitgehend stillgelegt und besitzt keine Hochöfen mehr, gibt allerdings einen hässlichen Anblick von der Burg und besteht großteils aus Ruinen aus der Zeit Ceausescus.

Die noch in Betrieb befindlichen Anlagen sind Giftschleudern. Der Umweltgedanke muss hier noch reifen. Ein Werksarbeiter bezeichnete sie als "modernes Auschwitz - hier sterben die Leute, und keiner tut was". Die Dächer und Straßen der Umgebung waren rußgeschwärzt.
Ende einer erlebnisreichen und beeindruckenden Reise, manchmal versetzt in anderes Jahrhundert.